Jannis Minopulos ist am 31. Mai gestorben.
Jannis war ein sehr positiver Mensch. Es läge nahe, jetzt zu schreiben “trotz seiner Behinderung” - doch er selbst hat gerne erzählt, wie er erst durch sein Schicksal gelernt hat, das Leben zu schätzen.
Von diesem Leben hat er uns selbst erzählt, das wollte er so. “Nicht mehr und nicht weniger. So stimmt der Text.”
Ich erinnere viele Dinge. Den Jannis von früher, im Tonstudio, seine wunderbare Stimme. Die Clownerie in den Aufnahmepausen. Und dann, beim letzten Besuch, die Idee, nochmals eine Platte aufzunehmen. “Wenn ich noch ein bisschen übe”, hat er gesagt, “klinge ich wie Leonard Cohen. Und das Beatmungsgerät gibt den Rhythmus vor.”
Seine Bilder, die mit der Hand gemalten von früher und die am Computer generierten, die einem das Gefühl geben, dass da noch ein ganz anderer Mensch dahintersteckt, einer, den man nie ganz verstehen konnte.
Sein Lachen, seine Begeisterung, und die kleinen, pointierten Beobachtungen dazwischen. In seinen Texten spürt man ein bisschen davon.
So vieles noch, und doch viel zu wenig. Was immer man schreiben würde, es wäre zu wenig.
Jannis wollte 300 Jahre alt werden. Schade, dass es anders gekommen ist.