Dr. Lucas-Michael Kopecky
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Kurz-Vita
Kindheit:

Geboren am 30.August 1953 in Wien.
Sohn des Malers und Grafikers und selbständigen Kaufmannes Lucas Mahrenbrand und dessen Ehefrau, der Pianistin, Schneidermeisterin und Kauffrau Pauline Kopecky-Pragant. Aufgewachsen in “gutbürgerlichen” Verhältnissen und nachhaltig prägender künstlerischer Athmosphäre.

Grundschule und mittlere Reife:

Vorschule im Lycée français de Vienne;
Besuch der privaten Ganztags-Volksschule der Piaristen;
Schulabbruch nach sechs Gymnasialjahren;
Externisten-Reifeprüfung via zweitem Bildungsweg

Akademische Ausbildung:

Studium der Ethnologie, Soziologie und Religionswissenschaft als Werkstudent in Wien
DAAD-Austausch-Stipendien an der Universität Heidelberg
Promotionsstipendium aus der Begabtenföderung der deutschen Friedrich Naumann-Stiftung.
Promotionsabschluß mit “magna cum laude”. [...mehr]
Publikationen in deutscher und englischer Sprache.  [...mehr]

Ethnologische Feldforschungen:

1 1/2 Jahre Feldforschung in Zentralafghanistan
Datenerhebung in Hazaragi, einem persischen Dialekt
4 Monate Ostafrika

Kunstmarkt-Aktivitäten:

Gründung und Leitung der “Hendsemer Kunstscheuer”
Organisation mehrerer Kunstausstellungen im Rhein-Neckar-Gebiet.
Erster Vorsitzender des Vereins “Artibus Kunsthilfe e.V.”
Systematische Erfassung und Katalogisierung des künstlerischen Lebenswerkes des Malers & Grafikers Lucas Mahrenbrand [...mehr]

Privatwirtschaftliche Erwerbstätigkeit:

mehrjährige Leitung des elterlichen Papiergroßhandels.
Freie Mitarbeit an sozialwissenschaftlichen Begutachtungssprojekten
Pressesprecher und freie Mitarbeit in PR-Agenturen
Verkaufsberatung Vorderer Orient
Seit 1999: Kundenbetreuung und Marketing in der Kommunikationsagentur Gassner & Hluma

Forschungs-Schwerpunkte
Regionen:

Iran/Afghanistan, Süd-Arabien, Nord-Afrika

Inhalte:

islamische Heiligkeit, Charisma, religiöse Eliten, Ethnizität

Theorien:

Religionssoziologie, Systemtheorie


Die Bedeutung der Sufi-Orden für die islamischen Gesellschaften ist in der Fachliteratur häufig gewürdigt worden. Nonchalant übergangen wurde indes zumeist die Rolle jener erbcharismatisch qualifizierten Gruppen, die keinen Orden angehören und die dennoch aufgrund ihrer heiligen Statusposition zentrale gesellschaftliche Funktionen ausüben: Vergemeinschaftung profaner Verwandtschaftsgruppen, Supervision des sozialen und religiösen Verhaltens, Prävention von und Intervention bei Konflikten, Definition religiöser und kultureller Werte, etc. Diesen Phänomenen und insbesondere ihren sozio-ökomomischen Grundlagen sind die meisten meiner wissenschaftlichen Publikationen gewidmet.

Sakrale Vergemeinschaftungen rund um Sayyeds und andere lebende “Heilige” bilden keine pittoresken Einzelphänomene islamischer Gesellschaften, sondern einen zentralen soziokulturellen Aspekt dieser Weltreligion. Entsprechend basiert auch die Gegebenheit, daß so heterogene Führungspersönlichkeiten wie etwa der Imam Khomeini, König Hussein von Jordanien, König Hassan von Marokko, Gaddhafi oder gar Saddam Hussein ihren Führungsanspruch u.a. auch mit einer Sayyed-Abstammung legitimierten (oder zu legitimieren versuchen) auf tief verinnerlichten kulturellen Idealen legitimer islamischer Herrschaft.

Durch die gesellschaftlichen Entwicklungen in Folge von Industrialisierung und Welthandel, die in Kombination mit der Überzeugungskraft der Petro-Dollars eine “Entzauberung” des traditionellen islamischen Denkens und gesellschaftlichen Handelns ausgelöst haben, wird dieses Phänomen im Bewußtsein manch neuer Eliten verdrängt. Sie intendieren die Entmachtung der traditionellen Eliten, kommen aber letztendlich nicht umhin, den in den Bevölkerungen tief verwurzelten Vorstellungen von legitimer islamischer Herrschaft Rechnung zu tragen.

Die Dynamiken dieses ambivalenten Wechselspiels bilden einen faszinierenden Aspekt gegenwärtiger islamischer Entwicklungen und bilden deshalb auch weiterhin einen Schwerpunkt meines Forschungsinteresses.

Übersicht

Kopecky, L.-M.
1982 - “The Imami Sayyed of the Hazarajat. The Maintenance of their Elite Position”
in: Folk 24: 89-110

1986 - “Die Saiyids und die imamitischen Hazara Afghanistans: religiöse Vergemeinschaftung und Ethnogenese”
in: Orywal, E. (Hrsg.), “Die Ethnischen Gruppen Afghanistans. Fallstudien zu Gruppenidentität und Intergruppenbeziehung”, Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients, Bd. B/70, S.166-203, Wiesbaden

1991 - “Gesellschaftlicher Wandel in Zentralafghanistan: sozio-ökonomische Entwicklung und kulturökologische Folgen”
in: Archiv für Völkerkunde 45: 167 - 194

1995 - “Sakral geweihte Konföderationen in islamischen Gesellschaften: eine vergleichende Studie”
(Diss.), Heidelberg

Kopecky, L.-M. & Langheiter, E.
1991 - “Gesellschaftlicher Wandel in Zentralafghanistan: Fußbodenheizungen und Wohnbauwandel”
in: Archiv für Völkerkunde 45: 145 - 166

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