
Fast schon Dezember
Kalt ist es nicht, aber es wird dunkel. Früh. Die Schwalbe hat sich gut eingerichtet, gleich neben dem Herzen. Sie zwitschert im Schlaf und streckt ab und zu die Flügel, leicht: müde vielleicht.
Auch die Geschichtenfee ist müde. Verständlich. So viel zu tun, all die Wochen, Monate und Jahre. Wenn nur jemand all diese Bücher geschrieben hätte. Dann könnte man sie zuschlagen.
So aber ist es nur still.
Von außen hilft der Blues, von innen aber nur Bewegung. Durch die dunkle Stadt, eine Stunde und noch eine. Unvertraute Ecken sind besser als vertraute. Dunkel ist es überall. Die Stadt ist voller Geschichten, und die fremden sind besser als die eigenen.
Das ist nicht traurig, es ist ein Wiederahnen ohne Sehnsucht. Die Sehnsucht ist beschäftigt, sie blüht auf in der Winternacht. Licht in fremden Fenstern ist ihr Nahrung, die hungrig macht. Und das ist auf seltsame Weise gut so.