^
i
$
x
@

Silhouette

Er spielt Geige, da drüben. Seit Anfang der Woche erst. Nein, das klingt falsch. Er muss schon viel länger spielen, Jahre, Jahrzehnte vielleicht, - sonst kämen die Töne nicht so klar.  Die Läufe nicht so flüssig. Gehört habe ich ihn zum ersten Mal vorgestern. Vorgestern, so gegen sieben. Tonleitern, von unten nach oben und wieder zurück, andante, arpeggiato, crescendo und decrescendo. Pizzicato und legato. Von pianissimo bis fortissimo, und dann wieder zurück. So circa eineinhalb Stunden lang.

Endlich süße Ruhe…

15 Minuten lang. Dann die Melodie. Nur eine. Klassisch. Bekannt, aber nicht benennbar. Wiederholt, wieder wiederholt, und wiederum wieder und wieder wiederholt. Ein schrilles Ziehen im Kopf, das durch den ganzen Körper nachhallt. Ein Antizipieren, das kreischend sich selbst nachläuft. Noch einmal, noch einmal und… noch einmal.

Bis kurz vor elf. Dann war es endlich, endlich! still.

Gestern auch. Und heute. Und es ist immer, immer! dieselbe Melodie. Der Spieler bis jetzt, bis vor einer halben Stunde, ein nickender Kopf. Ein wedelnder Geigenbogen.

Jetzt aber sitzt er da, am Fenster, dreht eine Zigarette, nackt, trinkt aus der Wasserflasche, spricht mit jemandem, der nicht im Bild ist. Lacht. Er raucht, schaut nicht hinaus. Nur hinein. Ist plötzlich kein Feind mehr.

Blue
journey without a train
Another Place
Play >
Und manchmal
Speedbird
Herbstwinter
11:17
Summer in the City
Spirit on the water
Gläserne Zeit
*
Sturmnacht
Seltsam deplaziert
Fast schon Dezember
Träume träumen
Nicht fair?
Möwenschwalbe
Farbspiele
qwertz
Fühlfehler
Noch einmal
Once upon a time
Fliegerträume
Invers
Feuerherz
Pixelhölle
Schnitt
weine nicht, wenn der Regen fällt
Schöner fremder Plan
Silhouette
Ende ohne Anfang

&

Wortwerkstatt
Sturmwarnung
Fallschirmspringer.net